(Recop.) Justo Fernández López
|
Vgl.: |
Semiotik / Modell / Organon-Modell / Sprechakte
/ Sprechakttheorie / Funktionen der Sprache / Funktionale Grammatik /
Pragmatismus / Gebrauchstheorie der
Bedeutung / Wittgenstein / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein / Pragmatische Funktionen |
»Ich könnte
sagen: Wenn der Ort, zu dem ich gelangen will, nur auf einer Leiter zu
ersteigen wäre, gäbe ich es auf, dahin zu gelangen. Denn dort, wo ich wirklich
hin muss, dort muss ich eigentlich schon sein. Was auf einer Leiter erreichbar
ist, interessiert mich nicht« (WA 8,
460)
[Wittgenstein,
Ludwig, zitiert nach Frank, Manfred: „Wittgensteins Gang in die Dichtung“. In:
Frank, M. / Soldati, G.: Wittgenstein –
Literat und Philosoph. Pfullingen: Verlag Günther Neske, 1989, S. 69, Anm.
3a]
●
„Pragmatik
Eine neue linguistische Disziplin, deren Grundlagen zur Zeit erarbeitet
werden. Ihre wesentlichen Vertreter in Deutschland sind z. Zt. D. Wunderlich
und J. Habermas. Der Terminus geht auf den Zeichentheoretiker Ch. W. Morris
zurück: Zeichen können 3 Arten von Relationen ausdrücken:
|
Die Beziehung |
Zeichen +
Zeichen |
Syntax |
|
Zeichen +
Bedeutung |
Semantik |
|
|
Zeichen +
Zeichenbenutzer |
Pragmatik |
|
|
Zeichen +
Wirklichkeit |
Sigmatik |
Die Aufgabe der
Pragmatik ist demnach das Studium der Zeichenverwendung durch den
Zeichenbenutzer, d.h. die Untersuchung des Sprachverhaltens. Wichtige
Autoritäten für die Pragmatik sind der Semiotiker Ch. S. Peirce, der
Kommunikationstheoretiker G. H. Mead und J. Searle durch seine «Theorie der Sprechhandlungen». Dem Zeichenmodell von
Morris fügt G. Klaus als 4. Dimension das Verhältnis der Zeichen zu den
Gegenständen der Wirklichkeit hinzu.” [Heupel, Carl, S. 185]
●
„In der
gegenwärtigen logischen und semantischen Diskussion hat man den Terminus »Pragmatik« vielleicht zu viele Bedeutungen
annehmen lassen. Zum Beispiel: (I) Pragmatik befasst sich mit der
Gesamtheit der idiosynkratischen Reaktionen, die der Empfänger zeigt, wenn er
die Botschaft empfangen hat (der Ingenieur stellt Gefahrpegel fest und
beschließt das nächste Flugzeug nach Gran Canaria zu nehmen, um dort Urlaub zu
machen); (II) Pragmatik befasst sich mit der Interpretation der ganzen, durch die Botschaft angebotenen Wahlen;
(III) Pragmatik befasst sich mit der Gesamtheit der durch die Botschaft
implizierten Voraussetzungen. Während Bedeutung (I) wirklich über den Bereich
der von uns behandelten Thematik hinausgeht, können die Bedeutungen (II) und
(III) in den Rahmen einer umfassenderen semantischen Theorie eingefügt werden;
siehe 2.11. und 2.14.”
[Eco, Umberto: Semiotik. Ein Entwurf einer Theorie der
Zeichen. München: Wilhelm Fink Verlag, 2., korrigierte Ausgabe 1991, S. 86,
Anm. 2]
●
„Seit den frühen
siebziger Jahren hat die Linguistik die pragmatische Fragestellung mehr und
mehr ausgebaut. Der Begriff Pragmatik
(von gr. pragma ‘Handlung’) stammt
ursprünglich von Morris und bezeichnete die Disziplin, die sich mit dem
Verhältnis von Zeichen und Zeichenbenutzer beschäftigt. Unter ‘Pragmatik’ fasst
man inzwischen lose eine Gesamtheit von linguistischen Forschungen zusammen,
die sprachliche Äußerungen unter dem Aspekt betrachten, wie mit ihnen
Handlungen vollzogen werden. Es geht in der Pragmatik, anders als in der
herkömmlichen Grammatik, also nicht um den Aufbau der Äußerungen auf der
primären Ebene, nicht um syntaktische oder morphologische Wohlgeformtheit,
sondern vielmehr darum, welche kommunikativen Handlungen mit Äußerungen
vollzogen werden, und auf welche Weise dies geschieht. Innerhalb der Pragmatik
erscheinen uns die folgenden Ansätze am wichtigsten:
- Die Sprechakttheorie [siehe unter diesem Begriff]
- Der Kooperationsansatz von
Grice (1969).
- Die Konversationsanalyse.“
[Hentschel / Weydt: Handbuch der deutschen Grammatik, S.
9-10]
·
«Lege einen
Maßstab an diesen Körper an; er sagt nicht, dass der Körper so lang ist.
Vielmehr ist er an sich – ich möchte sagen – tot, und leistet nichts von dem,
was der Gedanke leistet. – Es ist, als hätten wir uns eingebildet, das
Wesentliche am lebenden Menschen sei die äußere Gestalt, und hätten nun einen
Holzblock von dieser Gestalt hergestellt und sähen mit Beschämung den toten
Klotz, der auch keine Ähnlichkeit mit einem Lebewesen hat.»
[Wittgenstein,
Ludwig: Philosophische Untersuchungen.
§ 430]
●
„Von hier aus
legt Wittgenstein die Idee der Sprachspiele
dar.
»Betrachte z.B. einmal die Vorgänge, die wir »Spiele« nennen. Ich meine
Brettspiele, Kartenspiele, Ballspiel, Kampfspiele, usw. Was ist all diesen
gemeinsam? – Sag nicht: »Es muss
ihnen etwas gemeinsam sein, sonst hießen sie nicht ‚Spiele’« - sondern schau, ob ihnen etwas gemeinsam ist. –
Denn, wenn du sie anschaust, wirst du zwar nicht etwas sehen, was allen gemeinsam wäre, aber du wirst
Ähnlichkeiten, Verwandtschaften, sehen, und zwar eine ganze Reihe. Wie gesagt:
denk nicht, sondern schau!« (PU, §
66)
Und das Ergebnis
dieser Betrachtung ist nun das folgende:
»Wir sehen ein kompliziertes Netz von Ähnlichkeiten, die einander
übergreifen und kreuzen. Ähnlichkeiten im Großen und Kleinen. Ich kann diese
Ähnlichkeiten nicht besser charakterisieren als durch das Wort ‚Familienähnlichkeiten’;
denn so übergreifen und kreuzen sich die verschiedene Ähnlichkeiten, die
zwischen den Gliedern einer Familie bestehen: Wuchs, Gesichtszüge, Augenfarbe,
Gang, Temperament, etc. – Und ich werde sagen: die ‚Spiele’ bilden eine
Familie.« (§ 66 und § 67)
Wenn Wittgenstein vom Familienähnlichkeiten redet, so ist dies nicht im
Sinn eines andeutenden Beispiels zu verstehen, das auf tiefere Strukturen
verweist. Es ist nicht angemessen, über die Beispiele hinaus eine genauere
Abgrenzung (Definition) zu suchen. Der Begriff »Sprachspiel« ist ein begriff
»mit verschwommenen Rändern« (§ 71). Grundsätzlich gesagt: sprachliches
Verhalten ist Verhalten in einer Vielheit von Sprachwelten, die auf keine
Einheit reduzierbar und von ihr her zu bestimmen wären. In dem entscheidenden §
23 gibt Wittgenstein Beispiele:
»Das Wort „Sprachspiel“ soll hier
hervorheben, dass das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit oder
einer Lebensform. Führe die Mannigfaltigkeit der Sprachspiele an diesen
Beispielen, und anderen, vor Augen: Befehlen, und nach Befehlen handeln;
Beschreiben eines Gegenstandes nach dem Ansehen, oder nach Messungen;
Herstellen eines Gegenstandes nach einer Beschreibung (Zeichnung); Berichten
eines Hergangs, über den Hergang Vermutungen anstellen; eine Hypothese
aufstellen und prüfen, Darstellen der Ergebnisse eines Experiments durch
Tabellen und Diagramme; eine Geschichte erfinden, und lesen; Theater spielen;
Reigen singen; Rätsel raten; einen Witz machen, erzählen; ein angewandtes
Rechenexempel lösen; aus einer Sprache in die andere übersetzen; Bitten,
Danken, Fluchen, Grüßen, Beten.
Es ist interessant, die Mannigfaltigkeit der Werkzeuge der Sprache und
ihrer Verwendungsweisen, die Mannigfaltigkeit der Wort- und Satzarten, mit dem
zu vergleichen, was Logiker über den Bau der Sprache gesagt haben. (Und auch
der Verfasser der Logisch-Philosophischen
Abhandlung).« (§ 23)
Weil die Sprachspiele solche Mannigfaltigkeiten darstellen, und nur darum,
sind sie Lebensformen, denn das Leben selbst ist nicht auf einen Nenner zu
bringen. Diese Lebensformen in ihrer Vielfalt aber sind in sich durchaus
funktionelle Regelkreise, und gerade als solche sind sie ohne Hintergrund. Die
Sprachspiele stellen keine hermeneutischen Zirkelbewegungen dar.“
[Schulz, Walter: Wittgenstein. Die Negation der Philosophie.
Stuttgart: Neske, 1967, S. 61-63]
●
„Pragmatik. Aus verschiedenen sprachwiss.
philosophischen und sozialwiss. Traditionen hervorgegangene linguistische
Teildisziplin, die die Relation zwischen natürlichsprachlichen Ausdrücken und
ihren spezifischen Verwendungssituationen untersucht. Die Bezeichnung P. geht
auf die allgemeine Zeichentheorie von Ch. Morris [1938] zurück: In diesem
semiotischen Modell bezieht sich P. auf das Verhältnis vom Zeichen zum
Zeichenbenutzer. In der Sprachwiss. ist die Abgrenzung von P. gegenüber
Semantik und Syntax auf der einen Seite und gegenüber soziolinguistischen
Fragestellungen im weitesten Sinn auf der anderen Seite nur theorieabhängig zu
bestimmen. Ein quasi autonomer Beschreibungsbereich (wie etwa bei der
Phonologie) ist ihr kaum zuzuordnen. (Bezeichnenderweise existiert die
Bezeichnung P. im anglo-amerik. Raum noch nicht sehr lange, dort wurde P.
weitgehend durch sociolinguistics
abgedeckt.) Besonders schwierig ist die Grenzziehung zwischen P. und Semantik,
die beide unterschiedliche Aspekte von Bedeutung untersuchen.
Während Semantik
sich auf die wörtliche, kontextinvariante Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken
bzw. auf den kontextinvarianten Teil der Wahrheitsbedingungen von Propositionen
bzw. Sätzen bezieht, untersucht die P. die Funktion von sprachlichen Äußerungen
und die darin zum Ausdruck kommenden Propositionnen in Abhängigkeit von ihren
situationsspezifischen Verwendungen. Umstritten ist in dieser Hinsicht z.B. die
Zuordnung von Problemen der Deixis zu P. oder Semantik; als Mittel zur
Situierung von Äußerungen in Kontexten zählen Deiktische Ausdrücke zur P., als
Faktoren für die Festlegung der Wahrheitsbedingungen von Sätzen zur
(indexikalischen) Semantik. Ähnliche Unsicherheiten bestehen bei Problemen der
Topikalisierung, Thema-Rhema-Struktur, Prässupositionen u.a. Zu Problemen der
Abgrenzung vgl. zusammenfassend Vennemann/Jacobs [1982: 139.145].
Zur Entwicklung
der P. im dt. Sprachraum haben verschiedene Forschungsrichtungen beigetragen,
u. a. sprachphilosophische (Philosophie der Alltagssprache, Gebrauchstheorie
der Bedeutung), ethnologisch-anthropologische (Ethnographie der Kommunikation)
und soziologische (Handlungstheorie, Kommunikationswissenschaft,
Soziolinguistik). Nachdem zu Beginn der 70er Jahre P. fast ausschließlich mit
Sprechakttheorie identifiziert wurde, beschäftigt sich die P. in neuerer Zeit
vor allem mit empirischen Untersuchungen zur Konversationsanalyse, anknüpfend
an Grice [1968] mit Konversationsmaximen sowie mit Probleme der Zuordnung von
P. und Semantik (wie Deixis, Prässupotion u.a.).“ [Bußmann, H., S. 606f.]
●
„Pragmatik (von griech. pragma, Handlung, Sache, Ding)
1. Nach der Sprachphilosophie
von C. Morris besteht die allgemeine Zeichentheorie (Semiotik) aus Syntax,
Semantik und Pragmatik. Pragmatik untersucht die Relationen zwischen den
sprachlichen Ausdrücken (Zeichen) auf der einen Seite und den Absichten,
Meinungen, Handlungen usw. derer, die die Sprache gebrauchen, auf der anderen
Seite. Der Terminus Pragmatik ist später con Carnap übernommen worden. In den
1960er und 70er Jahren ist die sprachphilosophisch ausgerichtete Pragmatik
durch das Studium der Sprechakte (Searle, K.-O. Apel und Habermas) und durch
die formale Pragmatik geprägt gewesen, die die Methoden der formalen Semantik
auf Sätze übertragen will, die so genannte indexikalische Ausdrücke enthalten
(R. Montague, D. Lewis und R. Stalnaker).
2. In einem weiteren Sinn
ist die Bezeichnung Pragmatik zuweilen von der Sprachwissenschaft im
Zusammenhang mit dem wachsenden Interesse für das Studium der Beziehung der
Sprache zu ihren Anwendungsmöglichkeiten gebraucht worden. Durch die Pragmatik
sind die Verbindungen der Sprachwissenschaft zu anderen Wissenschaften wie
Bildungssoziologie, Psychiatrie, Literaturwissenschaft und
Massenkommunikationsforschung ausgebaut worden.“
[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon.
Personen und Begriffe der abendländischen
Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S.
471]
●
„Wittgenstein hat
gegenüber Versuchen, eine Theorie der Sprache zu entwickeln, entschieden
Reserve geübt. Den systematischen Grund für die Deutung der Sprachanalyse als
einer bloß therapeutisch wirksamen Tätigkeit vermute ich in der
Verabsolutierung eines einzigen, nämlich des interaktiven Gebrauchs der
Sprache, demgegenüber der kognitive kein Recht behält.
Nach Einführung
seines Sprachspielmodells hat
Wittgenstein, wenn ich recht sehe, seinen Theorieverzicht nicht mehr, wie noch
im Tractatus, begründet. Er mag Gründe gesehen haben, um die Wege zu einer
transzendentalen oder zu einer empirischen oder zu einer konstruktivistischen
Sprachtheorie für ungangbar zu halten. Der Sprachtranszendentalismus,
der eine die Gegenstände möglicher Erfahrung konstituierende «Sprache
überhaupt» rekonstruieren will, vernachlässigt den nicht-kognitiven
Sprachgebrauch. Der Sprachempirismus, der ein auf beobachtbare Vorgänge
oder Episoden zurückgeführtes Sprachverhalten analysieren will, verfehlt (wie
auch die kunstvolle Konstruktion von Sellars zeigt) die intentionale Struktur
der Sprache. Und der Sprachkonstruktivismus schließlich verzichtet von
vornherein auf eine Analyse natürlicher Sprachen. Offen bleibt noch eine
Alternative: Warum sollten sich nicht universale Regelsysteme finden und
rekonstruieren lassen, nach denen wir Interaktionszusammenhänge, also die
symbolische Realität der Gesellschaft erzeugen? Wittgensteins Untersuchungen
verdanken sich der Reflexion auf die Tätigkeit einer therapeutisch
eingestellten Sprachanalyse. Hätte er eine Theorie der Sprachspiele entwickeln
wollen, so hätte diese die Form einer Universalgrammatik annehmen müssen. Denn
Wittgenstein befasst sich nicht mit der Grammatik der Sätze, die in Äußerungen
verwendet werden, sondern mit der Grammatik dieser Äußerungen selber, d.h. mit
den Regeln der Situierung von Sätzen. Andererseits ist die Rede von einer
grammatischen Struktur der Sprachspiele nicht bloß eine pseudolinguistische
Floskel. Wittgenstein bringt damit zum Ausdruck, dass seine Untersuchungen auf
der Ebene logischer oder begrifflicher Analyse von Sinnzusammenhängen liegen
und nicht auf der Ebene einer empirisch gerichteten Pragmatik, die Vorgänge der
Sprachverwendung in einem sprachunspezifischen Rahmen als zeichenkontrollierte
Verhaltensweisen oder als selbstgeregelte Informationsflüsse auffasst.
Nicht einmal ein
handlungstheoretischer Begriffsrahmen würde einer theoretisch verwendeten
Sprachspielanalyse gerecht. Man kann zwar sagen, dass die Sprachspielgrammatik
aus Regeln für eine situationsgerechte Verwendung von symbolischen Ausdrücken
besteht; aber diese Regeln sind konstitutiv: durch sie werden zugleich die
Situationen der möglichen Verwendung symbolischer Ausdrücke hervorgebracht. Die
kommunikative Lebensform selber ist von der Grammatik der Sprachspiele
abhängig. Diese Pointe wird durch den partikularistischen Zug der
Wittgensteinschen Spätphilosophie verwischt. Sobald wir nach einer Theorie aller möglichen Sprachspiele fragen,
kommt die Pointe zum Vorschein; darin liegt nämlich die Frage nach jenem
Regelsystem, mit dessen Hilfe wir Situationen möglicher Verständigung über
Gegenstände (und Sachverhalte) erzeugen. Der phänomenologische Versuch einer
Klärung der allgemeinen Strukturen der Lebenswelt kehrt dann in Gestalt des
sprachtheoretischen Versuchs wieder: die allgemeinen Strukturen der
kommunikativen Lebensform in der Universalpragmatik von Sprachspielen überhaupt
aufzufinden und zu rekonstruieren. Während die Lebensweltanalyse dem Muster
einer Konstitutionstheorie der Erkenntnis folgt, richtet sich die Untersuchung
der kommunikativen Lebensform (als Bedingung aller möglichen Sprachspiele) nach
dem Muster einer universalistisch eingestellten generativen Sprachanalyse.”
[Habermas,
Jürgen: “Sprachspiel, Intention und Bedeutung. Zu Motiven bei Sellars und
Wittgenstein”. In: Wiggershaus, Rolf (Hrg.): Sprachanalyse und Soziologie. Die sozialwissenschaftliche Relevanz von
Wittgensteins Sprachphilosophie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1975, S.
337-338]
●
«Satz und Äußerung
Grammatische
Betrachtungsweise legt sich sprachliche Einheiten als Sätze zurecht.
Demgegenüber nimmt pragmatische Betrachtungsweise sprachliche Einheiten als
Äußerungen ins Visier. Hier werden Fragestellungen wichtig:
Grammatische und pragmatische
Sprachbetrachtung bilden nicht eigentlich Gegensätze linguistischer Forschung.
Beide legen sich aber ihren Gegenstand in so unterschiedlicher Weise zurecht,
dass ihre Ergebnisse einander auch nicht direkt ergänzen. Vielmehr handelt es
sich um zwei relativ autonome Betrachtungsweisen mit je eigenem Recht.
Pointiert verkürzt, lassen sich die unterschiedlichen Ansätze etwa in folgender
Weise einander gegenüberstellen:
1. Pragmatische Betrachtungsweise
interessiert sich für Sprachverwendung in Situationen. Für sie ist deshalb
alles wichtig, was zu einer Sprachverwendungssituation gehört: die Sprachenden
mit ihren psychischen und sozialen Bedingungen, ihre Erwartungen aneinander,
ihre kommunikativen Vorerfahrungen und Einstellungen, Ort und Zeit – und
innerhalb dieses Zusammenhanges das Gesagte. Grammatische Betrachtungsweise
demgegenüber interessiert sich für die Sprache – und das gerade
situationsenthoben.
2. Konsequent bestimmt pragmatische
Betrachtungsweise ihren Gegenstand als (sprachliches) Handeln, Handeln
verstanden als gewollte, als sinnvoll gesehen, regelgeleitete Tätigkeit.
Grammatische Betrachtungsweise interessiert sich demgegenüber für Sprache als
System bzw. als mindestens auf Systematik hin angelegtes Gebilde.»
[DUDEN: Grammatik
der deutschen Gegenwartssprache. Mannheim: Bibliog. Institut, 1984, § 1331]
●
«Pragmática:
El término
‘pragmática’, que tiene varias acepciones en lingüística, aborda el estudio de
cualquier aspecto discursivo, comunicativo o social del lenguaje, es decir, lo
que se llama lenguaje en uso y también lenguaje usado. El uso moderno de este
término se remonta al que le dio Morris (1938: 6) cuando pretendió determinar
los atributos peculiares de la semiótica. En dicha caracterización, la
‘pragmática’ aborda el estudio de las relaciones de interpretación, es decir,
las que existen entre los signos y sus usuarios dentro del contexto en que
éstos utilizan aquéllas. En la comunicación hay un signo, un designatum
y un usuario o intérprete, y entre ellos se desarrolla una triple relación,
conforme indicamos en este esquema:
|
|
Signo |
|
|
|
(SINTÁCTICA) |
|
||
|
|
|||
|
Designatum |
Usuario(s) |
|
|
|
(SEMÁNTICA) |
(PRAGMÁTICA) |
|
Como se puede
deducir de este esquema triádico de la semiosis, la ‘pragmática’ aborda las
relaciones más dinámicas, las que existen entre los signos y sus usuarios
dentro del contexto en que éstos utilizan aquéllas (relaciones
de interpretación). De las otras ramas, la primera, la sintáctica,
trata de los diversos nexos que los signos mantienen entre sí y de los que se
establecen en el seno de los propios signos (relaciones
de implicación), y la segunda, la semántica, analiza las
vinculaciones de éstos con el mundo al que hacen referencia, es decir, con los
objetos a los ue se aplican (relaciones de
designación). Pero el hecho de que la ‘pragmática’ trate el aspecto
más dinámico, la interpretación, no significa que pueda prescindir de las otros
dos ramas, la sintáctica y la semántica, ya que es prácticamente imposible
interpretar ningún mensaje si no se conocen las relaciones que los signos
guardan entre sí, ni las que mantienen con el mundo al que hacen referencia.
Algunos creen ver
en los objetivos y postulados de la ‘pragmática’ una forma moderna de la
retórica clásica, que arrancaría de De institutione oratoria de
Quintiliano. Y si bien es cierto que el mayor mérito del nacimiento de la
‘pragmática’ se puede atribuir a Morris, no se puede ignorar que el mayor impulso
lo ha recibido de las intuiciones y los trabajos de Austin y de Searle (1980),
con los llamados actos de habla, que
constituyen un estudio pragmático por excelencia.
El término
‘pragmática’ se afianza también en disciplinas próximas o afines a la lingüística
(Habermas, J.: 1988), como la filosofía, la antropología y otras ciencias del
comportamiento humano que se han marcado entre sus objetivos la explicación del
sistema de reglas subyacentes a toda comunicación humana, aunque,
evidentemente, haya diferencias metodológicas y conceptuales entre ellas. En
lingüística son hoy muchas sus acepciones, casi todas relacionadas con lo que
se llama lenguaje en acción (Levinson, 1983: 5), a saber, el estudio del
lenguaje en su relación con los usuarios y las circunstancias de la comunicación,
aunque algunas sean distintas, como la dada en el programa de semántica formal
de la gramática de Montague (1972) o las utilizadas en crítica literaria (Chico
Rico, 1988: 32). He aquí algunas de las más importantes:
1. Rama
de la lingüística que estudia el componente pragmático del lenguaje. En este
sentido, la pragmática puede tener el rango de disciplina o campo de
investigación, aunque incipiente también, similar a la fonología, la sintaxis,
la semántica, etc., y trata aquellos aspectos del significado, no abordados por
la semántica y la sintaxis, que nacen del uso de las oraciones. La diferencia
de la ‘pragmática’ con los otros componentes del lenguaje reside en el hecho de
que éstos se rigen por reglas, mientras que la pragmática se rige por
principios, como el principio de cooperación de Grice.
2. Disciplina
que estudia las relaciones entre el lenguaje y los contextos comunicativos en
que éste se manifiesta (Beaugrande, R. et. al., 1981: 209).
3. En
otra acepción relacionada con la anterior, aunque más restrictiva, la
‘pragmática’ aborda el funcionamiento del contexto en la interpretación de los
enunciados, es decir, los aspectos y las condiciones contextuales de la
comunicación.
4. En
otra, también vinculada a la segunda, aunque con visión más psicologista, la
pragmática analiza las teorías que investigan la estructura mental subyacente a
la capacidad interpretativa de los enunciados de los interlocutores (Blakemore,
D., 1987: 8).
5. Finalmente,
como paradigma investigador, es decir, como el paradigma de la pragmática. En
este caso la ‘pragmática’ es una nueva perspectiva investigadora (Mey, J. L.,
1995) que estudia el lenguaje en general, o cualquier aspecto del mismo, como
fenómeno discursivo, comunicativo y social a la vez, es decir, lo que se llama
lenguaje en uso o lenguaje en acción.
Siguiendo a
Blum-Kulka (1996: 155 y sgs.), las ramas más reconocidas de la ‘pragmática’ son
dos: la pragmalingüística, que pone mayor énfasis en el análisis de los recursos
lingüístico-estructurales que se necesitan en el uso del lenguaje, y la
sociopragmática, interesada en el análisis de las condiciones de los
usos del lenguaje que surgen en las situaciones comunicativas o sociales
concretas.»
[Alcaraz Varó, Enrique /
Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna.
Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 445-447]